Politik

"Für immer Ontariosee" Kanada kontert Trumps Umbenennungspläne mit Schild

30.08.2026, 14:18 Uhr
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Der Premierminister von Ontario, Doug Ford (r), und Sam Oosterhoff, Abgeordneter des Provinzparlaments für Niagara West, enthüllen das neue Schild. (Foto: picture alliance/dpa/The Canadian Press)

US-Präsident Trump tauft den Ontariosee kurzerhand in "Lake America" um. Kanada antwortet mit einem riesigen Schild – und einer eindeutigen Botschaft.

Kanada hat mit einem deutlichen Zeichen auf die Umbenennungspläne von US-Präsident Donald Trump für den Ontariosee reagiert - im wahrsten Sinn des Wortes. Der Premierminister von Ontario, Doug Ford, ließ ein großes Schild mit der Aufschrift "Lake Ontario. Jetzt und für immer" aufstellen und enthüllte es persönlich. "Lange vor Präsident Trump hieß dieser See Ontariosee. Und lange, nachdem Präsident Trump nicht mehr da ist, wird er immer noch Ontariosee heißen", sagte Ford.

Der US-Präsident hatte am Donnerstag eine Exekutivanordnung zur Umbenennung des Sees in Lake America unterzeichnet und eine Reihe von KI-generierten Videos geteilt. Ein Video zeigte eine Schar Kanadagänse, die die Frisur des US-Präsidenten haben und mit Gewehren am Ufer des "Lake America" patrouillierten.

Die Namen von vier der Großen Seen - Ontariosee, Huronsee, Michigansee und Eriesee - stammen aus indigenen Sprachen. Der Obere See wurde nach einem anglisierten französischen Wort benannt. Der Ontariosee, der kleinste der Großen Seen, grenzt sowohl an die kanadische Provinz Ontario als auch an den US-Bundesstaat New York.

Retourkutsche aus Washington

Der verbale Schlagabtausch über den Namen des Sees entbrannte nach dem Scheitern der Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada, nachdem die USA neue Zölle in Höhe von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von 20 Milliarden US-Dollar (28 Milliarden kanadische Dollar) verhängten. Kanada wird im nächsten Monat Gegenzölle im gleichen Umfang einführen. Ford sagte, Trump habe den See umbenannt, weil er es "nicht mochte, dass Ontario und Kanada für sich selbst einstanden".

Trump hat bei der Anerkennung von Wahrzeichen in den USA einen Ermessensspielraum, andere Länder sind jedoch nicht verpflichtet, diesem Beispiel zu folgen. Auch die Bundesregierung hatte mitgeteilt, man werde an der bisherigen Bezeichnung festhalten. Kanadische Beamte haben Trumps Vorgehen bereits unmittelbar nach der Unterschrift zurückgewiesen. Premierminister Mark Carney sagte, dass "die Dinge beim Namen genannt werden müssen, und dieser See heißt Ontariosee - heute und für immer".

Bereits am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit hatte Trump im Januar 2025 den Golf von Mexiko in "Golf von Amerika" umbenannt. Mexiko lehnte die Namensänderung ab und argumentierte, ein einzelnes Land könne ein gemeinsames internationales Gewässer nicht umbenennen. Dies führte auch zu einem Rechtsstreit zwischen Mexiko und Google, das den Golf in seiner Kartenanwendung umbenannt hatte. Inzwischen sehen Google Maps-Nutzer in den USA "Golf von Amerika", während Nutzer in Mexiko "Golf von Mexiko" sehen. Nutzer in anderen Ländern sehen "Golf von Mexiko (Golf von Amerika)".

Quelle: ntv.de, sba

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